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Messungen des KBA - Diesel mit der Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 halten Grenzwerte nicht einZwei Drittel der getesteten Diesel stoßen zu viel Stickoxid aus

Messungen des KBA - Diesel mit der Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 halten Grenzwerte nicht ein

Viel mehr Diesel-Modelle als bisher bekannt halten die Grenzwerte beim Stickoxid-Ausstoß im Straßenverkehr nicht ein. Darunter auch viele Modelle mit der Abgasnorm Euro 6. Das ist das Ergebnis von Abgasmessungen, die das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) seit 2016 im Zuge der Marktüberwachung regelmäßig durchführt.

Bisher waren die Ergebnisse der Messungen öffentlich nicht bekannt. Erst als der Sender Rundfunkt Berlin-Brandenburg (rbb) rechtliche Schritte eingeleitet hat, hat das KBA die Informationen zu den Messergebnissen zur Verfügung gestellt, wie der Sender berichtet. Und die haben es in sich. Demnach haben von 189 getesteten Modellen rund zwei Drittel die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß zum Teil deutlich überschritten. Sowohl Diesel mit der Abgasnorm Euro 5 als auch mit der Abgasnorm Euro 6 blasen weit mehr gesundheitsgefährdende Stickoxide in die Luft als erlaubt.

Bei zwölf Modellen mit der Abgasnorm Euro 5 hat das KBA Messungen vorgenommen. Den zulässigen Grenzwert beim Stickoxid-Ausstoß von 180 Milligramm pro Kilometer haben alle überschritten. Trauriger Spitzenreiter dabei ist der VW Touareg 3.0 TDI mit 245 PS. Bei einer Außentemperatur von 4,3 Grad wurde der gemessene Grenzwert um ein Vielfaches überschritten. „Das deutet auf ein Thermofenster hin, dass dafür sorgt, dass die Abgasreinigung bei niedrigen Temperaturen nur noch reduziert arbeitet bzw. ganz abgeschaltet wird“, sagt Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung, der zahlreiche Mandanten im Abgasskandal vertritt.

Der Touareg ist allerdings kein Einzelfall. Die Grenzwerte werden z.B. auch vom Audi A8 4,2 TDI, VW Passat 2.0 TDI (103 kw), Mercedes Sprinter NCV3 (120 kw) oder dem Wohnmobil Fiat Ducato 2.3 deutlich überschritten.

Noch erschreckender ist aber, dass viele Euro 6-Diesel auch nicht besser abschneiden. Am dreckigsten ist den Messungen zu Folge der Subaru Outback 2.0 (110 kw). Es folgen der Fiat 500x und Fiat Ducato 2.3 L. Deutlich zu viel Stickoxide stoßen z.B. auch der Audi A6 Avant 3.0 TDI (235 kw), der Porsche Macan V6 TDI 3.0, der Audi Q7 3.0 TDI oder der Mercedes C200 1,6 Liter (100 kw / OM 626) auf.

Es geht aber auch besser bzw. sauberer. Das zeigt z.B. der VW Touareg 3.0 TDI mit der Abgasnorm Euro 6d, der den zulässigen Grenzwert vom 80 mg/km bei der Abgasnorm Euro 6 sogar deutlich unterschreitet. Generell konnten bei Diesel-Fahrzeugen mit den moderneren Abgasklassen Euro6c und 6d keine Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt werden.

„Grenzwerte können offenbar auch ganz ohne Tricksereien eingehalten werden. Die Autohersteller haben aber offenbar lange andere Prioritäten gesetzt…“, so Rechtsanwalt Dr. Hartung. Leidtragende sind die Kunden. Bisher gibt es noch keine Fahrverbote für Diesel mit der Abgasnorm Euro 6. „Angesichts dieser deutlichen Überschreitungen der Grenzwerte könnte sich das schon bald ändern“, befürchtet Rechtsanwalt Dr. Hartung. Zugleich müssen die Diesel-Besitzer einen erheblichen Wertverlust bei ihren Fahrzeugen verkraften.

Allerdings können sich Autokäufer wehren. „Wurden die Abgaswerte manipuliert, können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Alternativ dazu kann grundsätzlich der Widerruf der Autofinanzierung geprüft werden. Das gilt auch für Benziner“, so Dr. Hartung, Kooperationspartner der IG Dieselskandal.