Keine Transaktionsliste? Stufenklage als Schlüssel zum Erfolg!

Wer Verluste aus Online-Casinos oder Online-Sportwetten zurückfordern möchte, steht häufig vor einem praktischen Problem: Die eigenen Kontoauszüge reichen meist nicht aus, um den Schaden vollständig nachzuweisen. Für eine gerichtsfeste Bezifferung der Ansprüche verlangen deutsche Gerichte häufig detailliertere Informationen. Genau hier spielen Transaktionslisten und Spielhistorien eine zentrale Rolle – und können im Wege einer sogenannten Stufenklage vom Anbieter eingefordert werden.

Keine Transaktionsliste? Stufenklage als Schlüssel zum Erfolg!

Die Transaktionsliste dokumentiert sämtliche Geldbewegungen auf dem Spielerkonto, also Einzahlungen und Auszahlungen. Die Spielhistorie geht darüber hinaus und zeigt detailliert, wann Einsätze getätigt wurden, welche Gewinne erzielt wurden und bei welchen Spielen diese entstanden sind. Sie enthält damit eine genaue Aufschlüsselung der Aktivitäten auf der Plattform, etwa für Online-Casino-Spiele, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Sportwetten. Erst durch die Kombination beider Datensätze lässt sich der tatsächliche Verlust eines Spielers vollständig rekonstruieren und vor Gericht nachvollziehbar darstellen.

„Wer nur seine Bankbewegungen betrachtet, sieht lediglich einen Teil der tatsächlichen Vorgänge“, erklärt der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung von der Dr. Hartung Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Die Kanzlei ist auf Anleger- und Verbraucherschutz spezialisiert und setzt bundesweit Ansprüche von Geschädigten gegen Betreiber von Online-Casinos und Sportwettenplattformen durch. Sie vertritt seit Jahren erfolgreich Spieler in Verfahren gegen Anbieter illegaler Online-Glücksspiele und bietet Betroffenen eine kostenlose Ersteinschätzung an.

Nach Ansicht von Dr. Hartung sind vor allem die beim Anbieter gespeicherten Daten entscheidend für eine erfolgreiche Anspruchsdurchsetzung.

„Die relevanten Informationen liegen in den Systemen der Glücksspielanbieter – und genau deshalb nutzen wir die Stufenklage als prozessuales Instrument, um diese Daten offenzulegen“, erläutert er.

Die Stufenklage ermöglicht ein mehrstufiges Vorgehen vor Gericht. In der ersten Stufe wird der Anbieter verpflichtet, umfassend Auskunft zu erteilen und insbesondere Transaktionslisten sowie Spielhistorien herauszugeben. In einer zweiten Stufe wird diese Auskunft gegebenenfalls ergänzt oder eidesstattlich versichert, um Unklarheiten oder Lücken zu vermeiden. Erst in der dritten Stufe folgt die eigentliche Leistungsklage, in der der konkret berechnete Schaden zurückgefordert wird.

Dieses Vorgehen verhindert, dass eine Klage wegen unzureichender Bezifferung der Forderung scheitert. Gleichzeitig zwingt es die Anbieter, ihre internen Daten offenzulegen. „Die Stufenklage sorgt für Transparenz“, sagt Dr. Hartung. „Anbieter, die jahrelang ohne deutsche Lizenz tätig waren, müssen dadurch offenlegen, welche Umsätze tatsächlich über die Spielerkonten gelaufen sind.“

Für betroffene Spieler bedeutet dies eine deutliche Verbesserung ihrer Position. Anbieter können sich nicht darauf zurückziehen, dass alle relevanten Informationen bereits aus den Bankunterlagen ersichtlich seien. Gerade interne Buchungen, Bonusgutschriften oder spezielle Verrechnungen werden häufig nur in der Spielhistorie sichtbar. Ohne diese Daten bleibt der tatsächliche Schaden oftmals unvollständig.

Deshalb ist der Antrag auf Herausgabe von Transaktionsliste und Spielhistorie regelmäßig der erste entscheidende Schritt in einem Verfahren. Um diesen Weg auch für Verbraucher mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten zugänglich zu machen, arbeitet die Dr. Hartung Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit einem erfahrenen Prozessfinanzierer zusammen. Dieser übernimmt in geeigneten Fällen auch die Finanzierung von Stufenklagen.

Dadurch können Spieler ihre Ansprüche verfolgen, ohne das gesamte Kostenrisiko selbst tragen zu müssen. „Unser Ziel ist es, Mandanten unabhängig von ihrer finanziellen Situation den Zugang zum Recht zu ermöglichen“, erklärt Dr. Hartung. „Gerade bei Verfahren gegen international tätige Glücksspielanbieter ist eine solide Finanzierung oft ein entscheidender Erfolgsfaktor.“

Die Kombination aus gezielten Auskunftsanträgen, einer strukturierten Stufenklage und einer möglichen Prozessfinanzierung eröffnet Spielern realistische Chancen, Verluste aus illegalem Online-Glücksspiel zurückzufordern – insbesondere für Spielzeiträume vor Juli 2021. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass auch mehrere Jahre zurückliegende Verluste erfolgreich geltend gemacht werden können, wenn die richtigen prozessualen Mittel eingesetzt werden.

Durch die Verpflichtung der Anbieter zur Herausgabe von Transaktionslisten und Spielhistorien entsteht eine belastbare Grundlage für die genaue Berechnung von Rückzahlungsansprüchen. Zusammen mit der Möglichkeit einer Prozessfinanzierung verfügen betroffene Spieler damit über wirkungsvolle Instrumente, um ihre Rechte gegenüber nicht lizenzierten Glücksspielanbietern durchzusetzen und den Verbraucherschutz nachhaltig zu stärken.